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BVS: Fortbildung und Fachwissen im Fliesenhandwerk als Grundlage für Mängelvermeidung

Auf das Fliesenlegerhandwerk sind in den letzten Jahren eine Reihe von technischen und baulichen Weiterentwicklungen zugekommen, die ohne ständige Weiterbildung zu Fehlern und sich daraus entwickelnden Schäden in der Verarbeitung führen. „Ich beobachte zum Beispiel seit Jahren vermehrt Schäden durch Feuchtigkeitseinwirkungen auf die Baukonstruktion (Wände und Fußböden-Decken)“, erklärt Wolfgang Wulfes, Bundesfachbereichsleiter Bau im BVS (Bundesverband öffentlich bestellter und vereidigter sowie qualifizierter Sachverständiger e.V.).

Die öffentlich bestellten und vereidigten sowie vergleichbar qualifizierten Sachverständigen des Bundesfachbereiches Bauwesen sind qualifizierte Gutachter für alle bauspezifischen Themen und gelten als kompetente Ansprechpartner zur Beurteilung von Sachverhalten und Entscheidungen in bautechnischer Hinsicht.

Wulfes nennt beispielsweise die Ausführung der Fliesenarbeiten auf feuchteempfindlichen Untergründen (Gipskartonbauweisen) als problematisch. Hier sollte besonderer Wert auf den Schutz der Wand- und Bodenkonstruktion vor Feuchtigkeit gelegt werden. „Verstärkt wird diese Notwendigkeit durch die heute vermehrt anzutreffenden, individuellen Gestaltungen der Bäder mit bodengleichen Duschen, freien Wand- und Bodenformen, Wasserspielen, usw. Die Industrie hat Materialien entwickelt, die nur bei sorgfältiger Verarbeitung und Einhaltung der Verarbeitungsvorschriften eine mangel- und schadensfrei ausgeführte Dichtung der Baukonstruktion gewährleisten werden“, erklärt der Sachverständige für Schäden an Gebäuden. Die Dichtung werde heute fast ausschließlich als sogenannte „Abdichtung im Verbund mit Fliesen und Platten“ ausgeführt, führt Wulfes weiter aus. „Und die führt der Fliesenleger aus. Vom Fliesenleger wird zunehmend ein größeres Wissen gefordert. Nach meinen Beobachtungen ist dieses Wissen bei vielen kleinen Fliesenlegebetrieben nicht vorhanden, insbesondere, wenn die Betriebe nicht über ausgebildete Fliesenlegergesellen und/oder Fliesenlegermeister verfügen. Die gestiegene Zahl von Schäden, die durch mangelhaft verarbeitete Materialien oder fehlendem Wissen ausgeführt werden, zeigt mir, dass nur Fliesenlegerbetriebe qualifiziert sind, die sich fachlich weiterbilden und dieses Wissen dann auch umsetzen“, betont Wulfes. Als kritisch erachtet der BVS in diesem Kontext auch die Abschaffung der Meisterpflicht für das Fliesenlegergewerbe seit der Reform der Handwerksordnung 2003/2004 So sieht es auch der Fachverband Fliesen und Naturstein, der die Abschaffung der Meisterpflicht als fatalen Fehler ansieht und sich für deren Wiedereinsetzung ausspricht. Karl-Hans Körner betont in seiner Mitteilung vom 25. April 2014, dass die Anzahl der Betriebe seit 2004 extrem angestiegen sei von 12.401 auf 71.142 (2015), wobei der enorme Zuwachs meist in dem Bereich der Ein-Mann-Unternehmen läge, die sich ohne Nachweis einer Qualifikation als Fliesenleger selbstständig machen könne. „Grundlegendes Wissen über die verwendeten Materialien, Verlegetechniken, gestalterischen Aspekte und technische Regeln fehlen nachweislich bei Fliesenlegebetrieben, die keine ausreichend qualifizierten Mitarbeiter haben (Gesellen und Meister) und sich nicht ausreichend weiterbilden“, so auch ergänzend die Aussage des BVS.

Wolfgang Wulfes hierzu: „Aus meiner persönlichen Sicht und auch aus Sicht des Bundesfachbereiches Bau, dem rund 800 öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige für das Bauwesen angehören, stellen wir bei Fliesenarbeiten vermehrt Mängel fest. Die Ursache von Mängeln liegt oft an mangelnder Fortbildung und fehlendem Grundwissen. Dieses Grundwissen wird in der Fliesenlegerausbildung vermittelt und findet sich in der erweiterten Qualifikation eines Fliesenlegermeisters. Und selbstverständlich ist heute nach der Ausbildung eine ständige Fortbildung erforderlich, um über das erweiterte technische Wissen und die Besonderheiten von neuen Produkten verfügen zu können. ´Baumarktwissen´ reicht es nicht aus, den qualifizierten Beruf eines Fliesenlegers bei der heutigen komplexen Bauweise so auszuüben, dass die Leistung mangel- und schadensfrei ist.“ Außerdem ist der Sachverständige der Meinung, dass diese „schwarzen Schafe“ der gesamten Branche schaden, die gewissenhaft und professionell ihr Handwerk ausführen.

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Dipl.-Ing. (FH) Architekt Wolfgang Wulfes
Bavariastraße 1
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Tel.: 089-6973811
Fax.: 089-6973818
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IHK für München und Oberbayern: öbuv. für Schäden an Gebäuden

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