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BVS: Keimbildung im Trinkwasser

Keimbildung findet bereits in Trinkwasserleitungen statt. BVS-Bundesfachbereichsleiter für Technische Gebäudeausrüstung Ralf Masuch erklärt: „Im Trinkwasser vermehren sich Legionellen vornehmlich im Temperaturbereich von 25°C bis 54°C, bei Stagnation des Wassers verstärkt krankheitserregende Keime wie Legionellen (Legionella) bzw. Mykobakterien (Mycobacterium). Diese gelangen mit dem ersten Wasserstrahl, fein zerstäubt, in die Atemwege – im Bad, in der Küche, bzw. überall dort, wo der Wasserhahn aufgedreht wird.

Für Menschen mit geschwächtem Immunsystem, Schwangere, kranke Personen, aber auch für Sportler, kann der Kontakt mit den Keimen gesundheitsgefährdend werden. Eine Vermehrung der Keime kann aber nur dann an Wasserhähnen, Duschköpfen, etc. stattfinden, wenn diese Installationen nicht bestimmungsgemäß betrieben werden. Dabei müssten mehrere Negativfaktoren gleichzeitig für eine Keim- und Bakterienvermehrung zusammenkommen. Am Negativbeispiel Duschkopf heißt das: Restwasser im Brausekopf bzw. Brauseschlauch, günstige Wachstumstemperaturen, gerade beim Mycobacterium avium sind das um die 37°C, sowie Stagnation bzw. Nichtgebrauch über einen längeren Zeitraum (>72h). Grundsätzlich vermehren sich bei Stagnation fast alle Keime bereits im kalten Trinkwasser wie auch im Trinkwarmwasserbereich. Von daher muss der oberste Grundsatz immer lauten: „Wasser muss fließen!“.

Dort, wo Trinkwasser bestimmungsgemäß in den Leitungen fließt, wird den Keimen jegliche Grundlage genommen. Parallel muss zwingend darauf geachtet werden, dass die Temperaturen in den Trinkkaltwasserleitungen (TWC) 25°C nicht übersteigen und in den Trinkwarmwasserleitungen (TWH) sowie Zirkulationsleitungen (TWH-C) 55°C nicht unterschritten werden. So vielseitig die Ursachen sein können, die zu einer Trinkwasser-kontamination führen, so vielschichtiger sind auch die Lösungen, um Trinkwasserleitungen auf hygienische, das heißt keimfreie Anforderungen gemäß Trinkwasserverordnung (TrinkwV), abzustimmen. Sachverständige im Bereich der Gebäudetechnik können unter Berücksichtigung der hygienischen Anforderungen für Trinkwasseranlagen über das bestehende Risiko aufklären und beraten. Eigenheimbesitzer, Eigentümer von Mehrfamilienhäusern, Hotel-, Krankenhaus- und Schwimmbadbetreiber etc. müssen im Rahmen ihrer Betreiberpflicht nach TrinkwV (Zweite Verordnung zur Änderung der

Trinkwasserverordnung vom 05. Dezember 2012; gültig seit dem 14.12.2012) zwingend darauf achten, dass es in Trinkwasseranlagen nicht zu Stagnation kommt. Ist dies im normalen Betriebsablauf nicht möglich, können z. B. technische Lösungen wie Hygienespülanlagen für kaltes und warmes Trinkwasser eingesetzt werden. Diese Anlagen, an geeigneter Stelle sorgen, automatisch dafür, dass der Wasserinhalt der Trinkwasserrohrleitungen in vorab festgelegten zeitlichen Abständen ausgetauscht wird. Das auch von gesundheitsgefährdenden Keimen in Trinkwasseranlagen eine potenzielle Gefahr ausgehen kann, muss in das Bewusstsein von Betreibern und Verbrauchern eindringen. Die Sachverständigen des Bereiches Technische Gebäudeausrüstung (TGA) im BVS sind die besten Ansprechpartner, um als Spezialisten Trinkwasseranlagen nach Gefahrenstellen für Keimbildung zu analysieren. Gern sind wir Ihnen bei der Vermittlung eines kompetenten Sachverständigen in Ihrer Nähe behilflich.

Die öffentlich bestellten und vereidigten sowie bauaufsichtlich anerkannten Sachverständigen des Bundesfachbereiches Technische Gebäudeausrüstung (TGA) sind qualifizierte Ansprechpartner für alle Bereiche der Versorgungstechnik. Hierzu zählen u.a. die Gas-, Wasser-, Abwasser- und Feuerlöschtechnik, Wärmeversorgungs-, Brauchwassererwärmungs-, Raumluft- und Klimatechnik RLT, Rauch- und Wärmeabzugsanlagen RWA, Elektro, -Nachrichten-, Sicherheit-, und Fördertechnik, chemische Reinigungstechnik sowie Medizin- und Labortechnik.

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