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Raub- und Beutekunst: 14. Deutscher Kunstsachverständigentag am 27. Januar 2014 in Köln

Am 27. Januar 2014 findet der Deutsche Kunstsachverständigentag (KST) mit dem Thema „Raubkunst/Beutekunst“ im Kölner Wallraf-Richartz-Museum statt. Wie aktuell das Thema ist, zeigt der Fall Cornelius Gurlitt.

In der Schwabinger Wohnung des Kunsthändler-Sohns wurden 1.406 Gemälde, Zeichnungen, Aquarelle und Druckgrafiken sichergestellt. Der materielle Wert kann derzeit noch nicht seriös bestimmt werden. Doch nicht nur dieser Sensationsfund dokumentiert Zeitgeschichte hautnah. Große Funde und Rückführungen ebenso wie tägliche Recherchen und Restitutionsprüfungen sind nach wie vor wichtiger Bestandteil der deutschen und internationalen Politik.

 

Ist ein Werk echt oder eine Kopie? Wie hoch ist der Wert? Und nach welchen Kriterien werden Kunstwerke begutachtet? Dies sind Antworten, welche die öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen des BVS geben. Der Bundesverband öffentlich bestellter und vereidigter sowie qualifizierter Sachverständiger e.V. (BVS) veranstaltet zum 14. Mal den KST. „Wie nah wir gerade jetzt am Puls der Zeit mit dem Thema Raub- und Beutkunst sind, haben wir bei der Themenplanung Januar 2013 nicht ahnen können“, so BVS-Präsident Willi Schmidbauer, der die Eröffnungsrede halten und das Sachverständigenwesen vertreten wird. „Für den Deutschen Kunstsachverständigentag konnten wir hochkarätige Referenten mit spannenden Themen gewinnen. Dank gebührt auch dem BVS-Bundesfachbereichsleiter für Kunst, Antiquitäten und Juwelen, Dr. Frithjof Hampel, der maßgeblich den KST gestaltet“, erklärt Schmidbauer weiter.

 

Willi Korte, Jurist, Historiker, Schriftsteller, Kunstforscher und bekannt durch die Rückführung des Quedlinburger Domschatzes, wird beispielsweise zum Thema „Max Stern: vom historischen Vorfall zum aktuellen Kriminalfall“ sprechen. Einblicke in die Praxis-Provenienzforschung in den Künstler-Archiven des Landesmuseums Berlinische Galerie gewährt Wolfgang Schöddert, wissenschaftlicher Mitarbeiter für Provenienzforschung. Die Leiterin der Dokumentation und Öffentlichkeitsarbeit der Koordinierungsstelle Magdeburg der Bundeseinrichtung für Kulturgutdokumentation und -verluste, Dr. Andrea Baresel-Brand, führt in die Thematik der Dokumentation von NS-Raub- und Beutekunst ein und stellt die Internetseite Lostart.de vor. Diese Website dient als Basis und Forum für Findung, Restitutionen etc. Weitere Themen werden sein: „Der Amsterdamer Kunstsammler und -händler Jaques Goudstikker – Verfolgung, Recherche, Restitution“ und „Täter und Opfer: Die Folgen von Raub- und Beutekunst sowie staatlicher Enteignung aus Sicht eines Museums“.

Insgesamt werden sechs Referenten aus Wissenschaft und Forschung, Kultur und Medien das Thema Raub- und Beutekunst interdisziplinär erörtern. „Wir erwarten eine diskussionsreiche und spannende Veranstaltung. Für alle Interessierten bietet das Wallraf-Richartz-Museum im Anschluss an die Veranstaltung eine Museumsführung an“, so der BVS-Präsident.

Das ausführliche Programm ist auf der BVS-Internetseite unter www.bvs-ev.de/veranstaltungen/dt-kunstsachverstaendigentag/ einzusehen.

 

Um rechtzeitige Anmeldung zum KST wird gebeten. Interessierte Journalisten und Medien akkreditieren sich bitte unter info@bvs-ev.de.