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BVS fordert bundesweite Asbest-Stichproben in alten Schulen

Berlin, 05. Oktober 2009. Angesichts der aktuell vermehrt auftretenden Asbest-Fälle, vornehmlich aus Heizungsanlagen für Schulen und Turnhallen in Berlin und Hamburg, fordert der Bundesverband öffentlich bestellter und vereidigter sowie qualifizierter Sachverständiger e.V. (BVS) bundesweit Asbest-Stichproben in öffentlichen Gebäuden aus den 1960er, 70er und 80er Jahren. Insbesondere müssen die Heizungsanlagen in Schulen aus dieser Zeit untersucht werden. In vielen Anlagen der damaligen Zeit wurde Asbest verbaut. In Hamburg mussten im September vorübergehend 144 Schulsporthallen wegen Asbestverdacht geschlossen werden. Gutachter hatten in 37 Hallen Asbest in den Heizungen gefunden.

Viele Schulen und andere Gebäude aus den 60er bis 80er Jahren sind inzwischen stark sanierungsbedürftig. „Wenn aus Heizungen Asbest-Fasern in Staubform austreten, sind alle Menschen gefährdet, die sich in solchen Gebäuden regelmäßig aufhalten“, warnt Roland R. Vogel, Präsident des BVS.

Der BVS warnt davor, das Thema Asbest zu vernachlässigen. Der Verband weist darauf hin, dass das Verhalten der zuständigen Behörden teilweise an eine „Tabuisierung“ der Asbest-Problematik grenzt. Viele Kommunen scheuen die aufwändigen und kostenintensiven Asbest-Sanierungen, und verschließen deshalb ihre Augen vor der Tatsache, dass die gefahrlose Weiternutzung derartiger alter Anlagen nicht gewährleistet werden kann. „Die Asbest-Untersuchung eines qualifizierten Sachverständigen kann den Eltern und Lehrern schnell die Sorgen nehmen – oder den Bedarf einer Asbest-Sanierung aufzeigen“, sagt Vogel. Auch sonstige öffentliche Verwaltungsgebäude, aber auch insbesondere Wohnhäuser mit der weit verbreiteten Nachtspeicherheizung aus den 60er bis 80er Jahren, sind potentielle Gefahrenherde.

„Angesichts der klammen Kassen der öffentlichen Hand ist eine umfassende Bestandsaufnahme und Sanierung aller öffentlicher Gebäude aus der Asbestintensiven Zeit leider unrealistisch. Für die Abwendung von Gefahren für die Gesundheit unserer Kinder sollte aber Geld vorhanden sein“, fordert Vogel. Systematische Asbest-Proben in den Schulen der betroffenen Baujahre sind unumgänglich.