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Nach Dioxinskandal: BVS unterstützt Forderung nach verstärkter Bundeskompetenz in der Lebensmittelüberwachung

Berlin, 18. Januar 2011. Der aktuelle Dioxinskandal ist ein weiterer Fall in einer langen Reihe von Lebensmittelskandalen der vergangenen zehn Jahre. Der Bundesverband öffentlich bestellter und vereidigter sowie qualifizierter Sachverständiger e.V. (BVS) weist immer wieder darauf hin, dass dem Bund mehr Rechte in der Lebensmittelüberwachung übertragen werden müssen. Der Verband begrüßt deshalb ausdrücklich die Forderung des Vorstands der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) Gerd Billen nach einer größeren Rolle des Bundes bei der Kontrolle der Lebensmittelproduktion.

„Zentralisierung bedeutet nicht unbedingt Verbesserung. Aber die Schaffung einer Bundeskompetenz im Bereich der Amtlichen Lebensmittelüberwachung, die nach hohen einheitlichen Standards durchgeführt wird und bei der insbesondere die Informationswege kürzer und damit schneller werden, macht Sinn“, so BVS-Präsident Roland R. Vogel.

Konkrete Verbesserung der Kontrollen auch jetzt möglich

Doch bis es zu gesetzlichen Neuregelungen kommt, gibt es bereits jetzt einen einfachen und vergleichsweise kostengünstigen Weg, die Amtliche Lebensmittelüberwachung der Länder zu unterstützen. Durch die Hinzuziehung öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger kann die Kontrolle der Lebensmittelwege vom Futtermittel bis ins Supermarktregal verbessert werden, ohne dass die Länder neue Behörden aufbauen müssten.

„Es geht bei den öffentlichkeitswirksamen Skandalen nicht nur um die jetzt wieder sichtbaren Kompetenzfragen, Gesetzeslücken oder Kommunikationsschwierigkeiten. Viel gravierender schlägt der Personalmangel zu Buche, also fehlende Kontrolleure an der ‚Lebensmittel-Front‘, die Betriebe und Supermarktregale inspizieren“, erklärt BVS-Präsident Vogel.

Öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige könnten hier schnelle Abhilfe schaffen, denn sie arbeiten auf freiberuflicher Basis. Die Länder müssten also keine neuen Behörden aufbauen oder Beamte schulen, um die Lebensmittelüberwachung kurzfristig effizienter und sicherer zu gestalten.